Die älteste Malerkolonie Europas
Die Einbettung in erholsame Natur, der verwinkelte historische Ortskern mit einer der höchsten Fachwerkhäuserdichten Deutschlands und das besondere Licht haben Willingshausen zur ältesten Malerkolonie Europas gemacht. Große Maler wie Carl Bantzer und Wilhelm Thielmann machten Willingshausen, die Schwalm und dessen Tracht in aller Welt bekannt.
Bis heute steht der Ort mit Malerstübchen, Kunsthalle, regelmäßigen Künstlertreffs, sowie weltweit begehrten Kunststipendien ganz im Zeichen der Kunst. Klingt wie der perfekte Ort, um kreativ zu werden oder einfach nur zu entspannen. Willingshausen ruft!
Auch heute noch ist das Gerhardt-von-Reutern-Haus, heute Weltkulturhaus, ein künstlerisches Zentrum. Der Besuch des dortigen "Malerstübchens" mit der 2005 angebauten Kunsthalle ist ein Muss für jeden Besucher des Ortes. Die Halle präsentiert
mehrfach im Jahr interessante Ausstellungen von verschiedensten Künstlern. Seit 1996 werden regelmäßig zwei Kunststipendien in der Künstlerkolonie Willingshausen vergeben. Die begehrten Stipendien ziehen junge Absolventen von Kunsthochschulen aus der ganzen Welt an.
1998 bekam Willingshausen die Silberplakette im Bundeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" verliehen und gilt in zahlreichen Quellen als eines der schönsten Dörfer Deutschlands.
Ein weiteres Highlight: Die Kirche mit barocker Orgel und Altardecke mit Schwälmer Weissstickerei
Das Schloss Willingshausen gehört der Familie von Schwertzell. Auch Wilhelm Grimm war mit der Familie Schwertzell befreundet. Wilhelmine von Schwertzell sammelte für die Brüder Grimm Märchen aus der Schwalm.
1824 trafen sich im Schloss Willingshausen erstmals der baltische Offizier und Maler Gerhardt von Reutern, der aufgrund einer Kriegsverletzung zur Erholung in Willingshausen weilte und der Kunstprofessor Ludwig Emil Grimm (dem jüngsten Bruder der Brüder Grimm). Das Schloss wurde bald darauf erster Treffpunkt und Gründungsort der Willingshäuser Malerkolonie.
Willingshausen liegt im Süden der Schwalm, einem Kulturraum mit eigenem Dialekt und der überregional bekannten Schwälmer Tracht.
Willingshausen ist europa- und sogar weltweit in der Kunstwelt bekannt und zog mittlerweile mehr als 300 Maler an. Carl Bantzer (1857-1941) und viele weitere Künstler haben Willingshausen als Malort berühmt gemacht. Bantzers Werk „Kathche Dörrbecker- Bildnis eines hessischen Bauernmädchens" erzielte 2023 auf einer Berliner Auktion 118.750 Euro. Er malte das Traditionelle im Landleben und brachte eine heile Welt auf die Leinwand - ein Gegenentwurf zur Verstädterung der 1920er.
Seit 2019 findet in europäischen Dimensionen das Malersymposium in Willingshausen statt. Ergebnisse dieser Aktivitäten werden im Malerstübchen und überall im Ort ausgestellt. Der Ort gleicht einem einzigen großen Kunstwerk.
Michael Henning - Froschkönig, Bildhauersymposium 2013
Überall im Ort findet man Staffeleien mit Abbildungen historischer Kunstwerke und Infos zu dessen Malern. Sie führen durch die Kunst- und Kulturroute im Dorf. Im Kulturhaus kann man auch Stifte und Skizzenpapier bekommen, um die Werke an den Originalschauplätzen nachzumalen.