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Mein einzigartiges Projekt - alle 235 Orte im Kreis selbst besucht 

Ich habe es geschafft! Seit 52 Jahren gibt es den Schwalm-Eder-Kreis in seiner heutigen Form, und ich habe mich entschieden, alle 235 Orte zu besuchen. 1974 wurde er aus den drei Altkreisen Fritzlar-Homberg, Melsungen und Ziegenhain gegründet. Mit 11 Städten und 224 Dörfern ist er ein vielfältiger Landkreis. Das kleinste Dorf ist Ransbach, ein Ortsteil von Willingshausen mit nur 15 Einwohnern. Das größte Dorf ist Besse, ein Ortsteil von Edermünde, mit 3430 Einwohnern. Die kleinste Stadt ist Schwarzenborn mit 1209 Einwohnern, die größte ist Schwalmstadt mit fast 19.000 Einwohnern. 

Mein Brettspiel "Schwalm-Eder-Safari" erhältlich ab Herbst 2026

Ich habe mich auf die Reise gemacht und jeden Ort selbst erkundet. Jetzt präsentiere ich meine persönliche Top 10 der Dörfer unter 1000 Einwohnern im Schwalm-Eder-Kreis - bewertet nach verschiedenen Gesichtspunkten und basierend auf meinen eigenen Erfahrungen.

Meine Liste: Einzigartig und persönlich: Diese Liste ist einzigartig, da ich jeden Ort selbst besucht habe. Sie ist nicht von einem Magazin oder einer Organisation erstellt worden, sondern von mir, einem, der die Region liebt.

Nebelstrahlen bei Spangenberg

Zunächst aber einige Zahlen, Daten, Fakten

Der Schwalm-Eder-Kreis - ein echter Geheimtipp! Mit seiner einzigartigen Landschaft, reich an Wiesen, Wäldern, Bergen und Tälern, bietet er perfekte Bedingungen für Erholungssuchende. Die drei Naturparke Habichtswald, Kellerwald-Edersee und Knüll sind wahre Paradiese für Wanderer und Naturfreunde.

Aber nicht nur die Natur hat hier was zu bieten - auch die Geschichte und Kultur sind präsent. Von der Reformation in Homberg bis hin zur Künstlerkolonie in Willingshausen gibt es viel zu entdecken. Und mit über 7000 Kulturdenkmälern, Schlössern, Burgen und Kirchen ist der Schwalm-Eder-Kreis ein wahres Freilichtmuseum. Die bekanntesten Wahrzeichen sind die Homberger Hohenburg, der Fritzlarer Dom, die Melsunger Bartenwetzerbrücke und die Wasserfestung in Ziegenhain.

Der Tourismus boomt entsprechend - 2023 gab es über 600.000 Übernachtungen, und das ist kein Wunder. Die Schwälmer Tracht, die Badeseen und Naherholungsgebiete - es gibt einfach viel zu sehen und zu erleben.

Und dann gibt es noch die Wirtschaft: B. Braun Melsungen ist eines der größten Unternehmen der Region, und mit über 12.000 Unternehmen und Niederlassungen ist der Schwalm-Eder-Kreis ein wichtiger Wirtschaftsstandort.

Fazit: Der Schwalm-Eder-Kreis ist ein Muss für alle, die Natur, Geschichte und Kultur und Märchen lieben!

Der Wüstegarten ist der höchste Berg des Kreises, hier sieht man den Moorpfad in der Nähe des Gipfels

Mit 1539 Quadratkilometern ist der Schwalm-Eder-Kreis der zweitgrößte Landkreis in Hessen und liegt genau im Herzen Deutschlands. Und das ist sogar offiziell bestätigt - eine Stele in Besse markiert den geografischen Mittelpunkt Deutschlands.

Interessant ist auch, dass die Kommunen im Kreis sehr unterschiedlich groß sind. Knüllwald ist mit 100,67 Quadratkilometern die größte, während Körle mit 17,51 Quadratkilometern die kleinste ist.

Höchste Fachwerkdichte Deutschlands

Altes Fachwerkhaus innerhalb der Festung Ziegenhain, heute Restaurant "Die Landgräfinnen"

Der Schwalm-Eder-Kreis ist ein echtes Fachwerk-Paradies! Mit der dichtesten Fachwerk-Bebauung Deutschlands ist er ein wahres Highlight für Architektur-Freunde. Die Deutsche Fachwerkstraße führt durch einige der schönsten Orte, wie Spangenberg, Melsungen, Fritzlar, Homberg und Schwalmstadt - einfach traumhaft! Aber es geht nicht nur um die Zahlen - Fachwerk ist auch ein wichtiger Teil der Identität der Einwohner. Es bietet ein "Wir-Gefühl" und ist ein wichtiger Faktor für den Tourismus.

Die Geschichte dahinter ist auch interessant: viele Fachwerkgebäude stammen aus der Zeit nach 1648, als der Dreißigjährige Krieg die Region stark zerstört hatte. Aber die Leute haben es geschafft, mit den lokalen Ressourcen - lehmige Böden und Holz aus den Stadtwäldern - wieder aufzubauen. Das war nicht nur praktisch, sondern auch günstiger als Stein.

Und das ist ein wichtiger Punkt: die kleinen Orte im Schwalm-Eder-Kreis haben relativ wenige Schäden im 2. Weltkrieg erlitten, was dazu beigetragen hat, dass so viele Fachwerkbauten erhalten geblieben sind. Ein echtes Geschenk!

Der tiefstgelegene Ort des Kreises: Röhrenfurth bei Melsungen. Oft liegt der 160m hoch gelegene Ort im Nebel

höchstgelegener Ort: Schwarzenborn 507m über NHN

höchste Erhebung: Wüstegarten bei Jesberg 675,3m über NHN

tiefstgelegene Ortschaft: Röhrenfurt nahe der Mülmisch-Mündung 160m über NHN

tiefstgelegene Stelle: Fuldaufer bei Guxhagen 140m

Einwohner (Stand: 09.2025): 179.732

Platz 10: Geismar - historisch bedeutsam

Platz 9: Kirchberg - idyllisch und lebendig

Platz 8: Niederurff - verwinkelte Gassen und aussergewöhnliche Architektur

Eng schlängelt sich die verwinkelte Hauptstraße durch den idyllischen von Kopfsteinpflastern und schmucken Fachwerkhäusern gesäumten Ort. Brücken führen über den Fluss Urff und den alten Mühlgraben. Hier und da hört man es plätschern. Im Sommer blühen Blumen zwischen Skulpturen und Statuen. Allem voran ist der Ratskeller zu erwähnen. Der aktuelle Besitzer ist aus den Niederlanden nach Niederurff gezogen - er hat sich sofort in diesen Ort verliebt, sagt er. Der Ratskeller ist eines der ältesten Gebäude der Region, erbaut 1535. Einst war es Amts- und Rathaus der Herren von Urff, aber auch Brauhaus und seit jeher eine Gastwirtschaft. Damals konnte man am Haus noch Schandpfahl und Halseisen sehen. Im Keller befand sich der Kerker.

Die um 1500 erbaute Wehrkirche wird umzäunt von einer hohen Mauer. Direkt gegenüber befindet sich die Urffsche Burg, noch heute in Besitz der Familie von Urff - allerdings nicht öffentlich zugänglich. Als Teil der alten Burganlage ist noch der „Lange Bau“ (um 1500), die Wehrmauer und der Trockengraben erhalten geblieben. Im Mittelalter hatte der heute zu Bad Zwesten gehörende Ort Marktrecht.

Platz 7: Hausen - ferienparadies, reges Vereinsleben und aufregende geschichte

platz 6: falkenberg - Tradition trifft auf moderne

Mit gerade mal 780 Einwohnern versteckt sich in Falkenberg bei Wabern eine Welt voller Geschichte, Fachwerk und märchenhafter Landschaft. Die steilen und verwinkelten Gassen sind wie ein Traum aus einer anderen Zeit, mit alten Fachwerkhäusern, die sich an den Hügeln emporziehen. Der Falkenberg liegt idyllisch am 437m hohen Mosenberg. Der kleine Basaltkegel ist dicht bewaldet und beherbergt eine versteckte Burgruine. Das Dorf Falkenberg schmiegt sich um den Berg herum, mit dem ehemaligen Rittergut und dem "Neuen Schloss" am südöstlichen Ende. Es beherbergt seit über 40 Jahren junge Menschen mit Suchtproblemen.

Bis zum nächsten Altbauviertel einer hippen Großstadt ist es weit. Doch hier in Falkenberg hat sogar ein Start-up seinen Sitz. Die Shift GmbH möchte mit ihrem Shiftphone den Smartphone-Markt umkrempeln. Sie setzen mit dem ersten deutschen Smartphone vorallem auf Nachhaltigkeit und haben schon zehntausende Kunden gewonnen.

Um ihrem Dorf etwas zurückzugeben, planten die beiden Brüder der Shift GmbH ein weiteres Projekt in Falkenberg: Sie haben ein historisches Fachwerkhaus renoviert  und dort ein Café und einen Dorfladen eröffnet - den Gänsemarkt.

Es ist, als würde man in ein Märchen eintauchen - die perfekte Kulisse für eine Reise zwischen Vergangenheit und Moderne. Die sanften Hügel, die Wälder und die Burgen machen Falkenberg zu einem echten Geheimtipp für alle, die Ruhe und Geschichte suchen.

platz 5: wallenstein - das wanderparadies

platz 4: wagenfurth - Atmosphäre wie im Urlaub

platz 3: wolfershausen - vielfältig und naturnah

platz 2: Willingshausen - auf historischen Wegen zum Künstlerdorf

Die Einbettung in erholsame Natur, der verwinkelte historische Ortskern mit einer der höchsten Fachwerkhäuserdichten Deutschlands und das besondere Licht haben Willingshausen zur ältesten Malerkolonie Europas gemacht. Große Maler wie Carl Bantzer und Wilhelm Thielmann machten Willingshausen, die Schwalm und dessen Tracht in aller Welt bekannt. Bis heute steht der Ort mit Malerstübchen, Kunsthalle, regelmäßigen Künstlertreffs, sowie weltweit begehrten Kunststipendien ganz im Zeichen der Kunst. Klingt wie der perfekte Ort, um kreativ zu werden oder einfach nur zu entspannen. 1998 bekam Willingshausen die Silberplakette im Bundeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" verliehen und gilt in zahlreichen Quellen als eines der schönsten Dörfer Deutschlands.

Ein weiteres Highlight: Die Kirche mit barocker Orgel und Altardecke mit Schwälmer Weissstickerei. Einst gehörte sie zum Schloss Willingshausen. Das Schloss Willingshausen gehört der Familie von Schwertzell. Auch Wilhelm Grimm war mit der Familie befreundet. Wilhelmine von Schwertzell sammelte für die Brüder Grimm Märchen aus der Schwalm.

1824 trafen sich im Schloss Willingshausen erstmals der baltische Offizier und Maler Gerhardt von Reutern, der aufgrund einer Kriegsverletzung zur Erholung in Willingshausen weilte und der Kunstprofessor Ludwig Emil Grimm (dem jüngsten Bruder der Brüder Grimm). Das Schloss wurde bald darauf erster Treffpunkt und Gründungsort der Willingshäuser Malerkolonie. Der ersten Maleriolonie Europas.

Willingshausen ist europa- und sogar weltweit in der Kunstwelt bekannt und zog mittlerweile mehr als 300 Maler an. Carl Bantzer (1857-1941) und viele weitere Künstler haben Willingshausen als Malort berühmt gemacht. Bantzers Werk „Kathche Dörrbecker- Bildnis eines hessischen Bauernmädchens" erzielte 2023 auf einer Berliner Auktion 118.750 Euro. Er malte das Traditionelle im Landleben und brachte eine heile Welt auf die Leinwand - ein Gegenentwurf zur Verstädterung der 1920er.

Seit 2019 findet in europäischen Dimensionen das Malersymposium in Willingshausen statt. Ergebnisse dieser Aktivitäten werden im Malerstübchen und überall im Ort ausgestellt. Der Ort gleicht einem einzigen großen Kunstwerk.

Überall im Ort findet man Staffeleien mit Abbildungen historischer Kunstwerke und Infos zu dessen Malern. Sie führen durch die Kunst- und Kulturroute im Dorf. Im Kulturhaus kann man auch Stifte und Skizzenpapier bekommen, um die Werke an den Originalschauplätzen nachzumalen.

platz 1: züschen - Mittelalter hautnah erleben

Züschen, eine ehemals selbstständige waldeckische Stadt, ist seit 1974 ein Stadtteil von Fritzlar. Der mittelalterliche 900 Einwohner Ort ist vom Tourismus und von der Holzverarbeitungsindustrie geprägt. Sehenswert sind die Garvensburg, die Stadtmauer mit zwei Wachtürmen, das Steinkammergrab und die Ruine der Kreuzkirche. In Züschen und unmittelbarer Umgebung gibt es so viel zu entdecken!

Züschen wird um 850 erstmals urkundlich erwähnt, war aber mit Sicherheit schon weitaus früher besiedelt: Im Jahre 1894 wurde ein Steinkammergrab östlich von Züschen entdeckt, das aus der Zeit um 3000 v. Chr. stammt. Im Grab fand man Felsritzzeichnungen, die die frühe Besiedlung der Gegend belegen. Auch am Riesenstein am Heiligenberg fand man Felsritzzeichnungen. Eine Wanderung zu dem imposanten, 9m hohen, wuchtigen Sandsteinfelsen lohnt. Er befindet sich zwar nicht mehr in der Gemarkung Züschens, aber unmittelbar dahinter. Sowohl vom Riesenstein, als auch vom Steinkammergrab habe ich leider noch kein Foto.

Züschen ist bekannt für den mittelalterlichen Kern mit Fachwerkhäusern und seine Teile der erhaltenen Stadtmauer mit zwei Türmen, wie hier den Eulenturm. Auf dem obersten Bild sieht man den Grachenturm.

Bekannt ist Züschen auch für die mächtige Garvensburg aus dem 19. Jh. Leider ist sie in Privatbesitz und das Gelände verschlossen. Fotos kann man daher nur mit Genehmigung machen.

Auch Wanderwege gibt es Rund um Züschen. Empfehlenswert sind die Kölnische Kanzel mit Aussichtspunkt und der Johanniskopf mit Resten des einstigen Dorfes Hayn.

In einem abgelegenen kleinen Hain bei Züschen steht die aus dem 14. Jh stammende Ruine der Kreuzkirche wie ein Mahnmal der Vergangenheit. Sie und einige wüst verteilte Sandsteine sind die letzten Zeitzeugen des vor Jahrhunderten untergegangenen Dorfes Hertingshausen.

Hier gibt es Infos zu allen Orten des kreises:

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