Bergfreiheit bei Bad Wildungen ist bekannt als das "Schneewittchen-Dorf". Die Geschichte von Schneewittchen soll auf einer Begebenheit in Bergfreiheit basieren. Das Dorf hat heute eine Schneewittchen-Ausstellung und ein Schneewittchen-Museum, um die Legende zu ehren.

 

Eigentlich hieß die Frau Margaretha von Waldeck (1533-1554) und war eine deutsche Adlige, die in Bergfreiheit lebte. Margarethas Mutter starb früh, und ihr Vater heiratete wieder. Ihre Stiefmutter, Katharina von Hatzfeld, war eifersüchtig auf Margaretha und ihre Schönheit. Laut der Legende soll Katharina versucht haben, Margaretha zu vergiften, um ihre eigene Tochter auf den Thron zu bringen.

 

Margaretha floh nach Bergfreiheit, wo sie bei Verwandten unterkam. Sie starb jedoch 1554 im Alter von 21 Jahren, wahrscheinlich an einer Vergiftung. Es wird vermutet, dass ihre Stiefmutter oder ein anderer Feind hinter ihrem Tod steckte.

 

Die Grimm-Brüder, die das Märchen "Schneewittchen" aufschrieben, sollen von der Geschichte von Margaretha von Waldeck inspiriert worden sein. Die Parallelen zwischen der realen Geschichte und dem Märchen sind auffällig:

- Die schöne und unschuldige Prinzessin (Margaretha/Schneewittchen)

- Die eifersüchtige Stiefmutter (Katharina/Schneewittchens Stiefmutter)

- Die Flucht und der Tod der Prinzessin (Margarethas Flucht und Tod/Schneewittchens Scheintod)

Die Geschichte von Margaretha von Waldeck ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie reale Ereignisse in Märchen und Legenden einfließen können. Heute ist Bergfreiheit ein beliebter Ort für Märchenfans und Geschichtsinteressierte, die die wahre Geschichte von Schneewittchen entdecken möchten

Die 7 Zwerge: Nur Fantasie oder gibt es eine Erklärung?

Die Zwerge in Märchen wie Schneewittchen sind oft als kleine, alte Männer dargestellt, die in den Bergen leben und arbeiten. Es gibt tatsächlich Theorien, dass diese Darstellung auf die Realität des Bergbaus im Mittelalter zurückgeht.

Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit waren nämlich oft Kinder im Bergbau tätig, oft unter sehr harten Bedingungen. Sie mussten in engen Stollen arbeiten, was zu körperlichen Deformationen und vorzeitigem Altern führte. Diese Kinder waren oft kleinwüchsig und sahen aufgrund ihrer Arbeit, dem wenigen Sonnenlicht und der schlechten Lebensbedingungen viel älter aus, als sie tatsächlich waren. Eben wie Zwerge. Richtige Helme gab es damals nicht zum Schutz, sie trugen nur Mützen.

Es ist also durchaus möglich, dass die Darstellung von Zwergen in Märchen auf diese Realität zurückgeht. Die Brüder Grimm, die viele dieser Märchen sammelten und aufschrieben, lebten in einer Zeit, in der diese Erinnerungen noch lebendig waren, und könnten diese Elemente in ihre Geschichten eingebaut haben.

Im Dorf findet man die sieben Zwerge und Schneewittchen. Das Dorf ist bei Besuchern aus aller Welt beliebt, vor allem bei Asiaten stößt es auf viel Begeisterung. Mehrfach besuchte ich das Dorf, um die perfekte Himmelsröte auf meinen Fotos zu haben. Es funktionierte schließlich.

Die Abendröte war so stark, dass das Rot der Wolken sogar auf den Zwergen reflektierte.

Liebevoll restauriertes Bergmannshaus des „Minör's" Johann Lorenz Schnedler aus dem Jahre 1734. Jm rechten Gebäudeteil, heute als Bergbaumuseum eingerichtet, soll früher das Bergamt von Bergfreiheit (Wiederaufbau 1667) gewesen sein.

Das „Schneewittchen-Haus" wurde erst nach dem Niedergang des Bergfreiheiter Bergbaus im Jahre 1736 errichtet. Es wurde mit großem Einsatz der Bergfreiheiter Bevölkerung instandgesetzt und vor dem Verfall gerettet. Die engen Verbindungen Bergfreiheits zum Schneewittchen-Märchen werden hier dargeboten. 

Überall im Ort gibt es viel Fachwerk. Es gibt auch ein Besucher-Bergwerk.

Mit der 1561 von Graf Samuel von Waldeck erlassenen „Bergfreiheit" schlug die Geburtsstunde der Siedlung Bergfreiheit. Den durch die Gewährung der „Bergfreiheit" angelockten Bergleuten wurde die Ansiedlung im Bereich des heutigen Ortskernes (Kellerwaldstraße/Zum Finstertal) gestattet. Kurz vor dem Dreißigjährigen Krieg standen 19 Bergmannshäuser und zahlreiche Schmiede- und Handwerksbetriebe auf der „Bergfreiheit", also im heutigen Ortskernbereich. Aus Gründen des Feuerschutzes war die „Kellerwaldstraße" damals auf ca. 40 m Breite angelegt, die heute vorhandene talseitige Bebauung der Kellerwaldstraße
wie auch der Großteil der erhaltenen Fachwerksubstanz wurde erst im 18./19. Jahrhundert errichtet. Reste der ursprünglichen Bergmannssiedlung sind heute nur noch spärlich vorhanden. Zahlreiche alte Häuser wurden noch in den 1950er Jahren abgerissen (Text von der Infotafel)

Selbst die Straßennamen wirken wie aus einem Märchen oder aus Mittelerde?

Verwirklicht hat die Figurengruppe die Künstlerin Karin Bohrmann aus Grebenstein.

Eingangstür Schneewittchenhaus

Osterfeuer in Bergfreiheit

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