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Viele Sagen ranken sich um die Teufelsmauer im Harz. Die bekannteste ist diese:
Mit großer Sorge sah der Teufel vom Blocksberg
(Brocken) aus, wie in seinem Reiche Kirchen und
Klöster errichtet wurden. Da er befürchtete, hierdurch würde seine Macht gebrochen werden, und die heidnischen Opferstätten von öden, beschloss er, eine riesengroße Mauer um den Harz zu bauen. Sein teuflisches Werk konnte jedoch nur im Schutz der Nacht gelingen und musste bis zum ersten Hahnenschrei vollendet sein.
Schon früh auf den Beinen zum Markt nach
Quedlinburg war eine Bäuerin mit ihren Waren und
einem Hahn im Korbe auf dem Rücken. Sie war
verwundert, als sie auf ihrem gewohnten Wege die
gewaltige Mauer erblickte, erschrak und stürzte, als sie den Teufel sah. Ebenso erschrocken war der Hahn im Korb und krähte so laut er konnte. Der Teufel hörte den Hahnenschrei, glaubte deshalb, das die Nacht zu Ende sei und zerstörte vor Wut die Mauer.


Vor langer Zeit lebte in Gernrode ein Müller mit Namen Weigel. Der war mit seinem Leben nicht zufrieden und wollte hoch hinaus. Nachts um zwölf rief Müller Weigel den Teufel an, um ihm ein Geschäft vorzuschlagen: Bau mir innerhalb einer Woche am Schwedderberg eine Windmühle und ich verspreche dir dafür nach sechs Jahren meine Seele!
Innerhalb der geforderten sieben Tage baute er Weigel eine schöne Windmühle. Da war die Freude groß beim Müller und er zog sofort in seine neue Mühle ein. Schnell hatte sich die Kunde herumgesprochen und die Kundschaft kam von nah und fern und bescherte ihm ein ansehnliches Einkommen und viel Ansehen. Aber wie das so ist, bei viel Arbeit und gutem Auskommen, die sechs Jahre waren schneller um als gedacht. Eines Abends stand der Teufel vor der Mühle, um sich die versprochene Seele des Müllers zu holen.
Da begann Weigel zu bitten und zu betteln, Satan
möge ihm doch noch etwas Zeit geben. Schließlich ließ sich der Teufel zu einem neuen Vertrag überreden. In einem Jahr sollte er wiederkommen und wenn er dann in ein Loch einfahren könne, das der Müller in einen Baum gebohrt hatte, dann sollte ihm die Seele gehören. Nach Jahresfrist stand der Teufel wieder vor der Mühle. Müller Weigel hatte inzwischen ein Loch in einen Kastanienstamm gebohrt in das der Teufel einfahren sollte. Auch hatte er einen Stöpsel für dieses Loch angefertigt. Als der Müller Satan den Baum zeigte, fuhr der sofort in das Baumloch ein. Der Müller, nicht faul, schlug blitzschnell den Stöpsel in das Loch. Klein und jämmerlich saß der mächtige Satan
nun in dem Baumloch gefangen. „Ich will dich
freilassen, wenn du mir versprichst auf meine Seele für immer zu verzichten und mich in Zukunft unbehelligt lässt!"


Viele der Schluchten und Täler im Schwarzwald haben eine Geschichte, die man sich von Generation zu Generation weiter erzählt hat. Der Schwarzwälder Hirschsprung ist eine der bekanntesten Sagen aus dem Höllental. Der Schauplatz dieser Schwarzwälder Sage ist eine Engstelle in Form einer Gebirgsklamm im schluchtartigen Mittelteil des Höllentals mit bis zu 130 Meter hohen Wänden, die Höllenpass genannt wird. Die Stelle am Hirschsprung war vor dem Ausbau der Straße durch das Höllental nur 9 m breit. Der Sage nach ging ein Ritter der Burg Falkenstein einst im Höllental auf die Hirschjagd. Ein prächtiger starker Hirsch stand mitten auf einer Lichtung und sah dem Ritter geradewegs in die Augen, dieser nahm die Jagd auf. Immer verzweifelter wurden die Versuche des
Hirsches, seinem Verfolger zu entkommen. Schliesslich sprang der Hirsch, getrieben von Todesangst, mit einem gewaltigen Satz über die Schlucht und entkam dadurch dem wackeren Jägersmann. Man kann sich angesichts der Breite der Kluft an dieser Stelle kaum vorstellen, dass diese Geschichte wahr ist. Zum damaligen Zeitpunkt, als das Höllental hier nur 9 Meter breit war, konnte ein kräftiger Rothirsch aber durchaus so weit springen. Sprünge von bis zu 10 m Länge machen flüchtende Hirsche durchaus, sofern das Gelände, wie an der Hirschsprungstelle, abschüssig ist.


Die Teufelsbrücke und der Höllenteich im
Kasseler Bergpark tragen ihre Namen nicht ohne
Grund: Der Ursprung liegt in der Unterwelt, den in
unmittelbarer Nachbarschaft klafft die Plutogrotte
eine dunkle, feuchte Höhle, aus deren Schatten einst Pluto, der unheilvolle Gott der Unterwelt, selbst sein höllisches Reich regiert haben soll. Noch heute, so munkelt man, hallen seine kalten, eisigen Schritte durch die feuchte Finsternis und lassen den Atem derjenigen gefrieren, die sich zu nah heranwagen.



Unter der Bezeichnung "Teufelsmühle" berühmt
geworden ist die 1691 anstelle eines älteren
Vorgangerbaus errichtete Hansenmühle in Ilbeshausen. Neben dem Crainfelder Edelhof gilt sie als der schönste ländliche Fachwerkbau in Oberhessen und war als ein Lehen der Familie Riedesel jahrhundertelang im Besitz der alteingesessenen Müllerfamilie Usinger. Wie sie zu ihrem Namen „Teufelsmuhle" kam, erzählt
die folgende Sage: Unter allen Gebäuden zu Ilbeshausen, ja, man kann sagen, im ganzen hohen Vogelsberg, zeichnet sich durch ihre Bauart die Hansenmühle aus. Sie ist zwar nur aus Holz gebaut, aber so bedeutend in der Länge, so fein und kostbar mit allerlei Zierrat an Fenstem, Gebalk und Türen wie kein anderes Haus ringsherum. Das hat aber auch seine besondere Bewandtnis. Ein Einzlinger Mann hatte sich sieben Jahre im Oberwald das Holz gehauen und bearbeitet und den ganzen Plan mutterseelenallein gemacht, dass, als es ans Bauen ging, ihn der Hochmut überkam und er mit dem Teufel wettete, dass er gerade so schön und schnell bauen könne wie er selbst. Infolgedessen machten sich denn die zwei an ihr Werk, der Teufel baute den unteren Giebel, der so wunderschön und nochjetzt die Bewundemng aller ist, der Zimmermann den oberen, der jenem nicht im Mindesten entspricht. Zudem wurde der Teufel auch eher fertig und hangte zum Hohn seinen Hut auf die oberste Spitze des Gebäudes nach dem Wald hin auf. Dann führte er den Zimmermann ins Crainfelder Feld und zerriss ihn dort in den Lüften.

Seitdem heißt die Mühle die Teufelsmühle im
Volksmund, obschon es der Müller nicht gern hat, wenn man sie so nennt. Es befindet sich in ihr ein
Wandgefach, das ist von außen anzusehen wie ein
Fenster, dadurch schlüpft der Teufel aus und ein auf
der Mühle. Und wenn man dasselbe den einen Tag
zugemauert hatte, fand man's allemal am anderen
Morgen wieder geöffnet.


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